Einigung im EU-Streit bezüglich der Qualitätskennzeichnung von Reifen

Nach Mitteilung des EU-Parlaments ist in dem Streit um das geplante Reifenlabel eine erste Einigung erzielt worden. Die EU beabsichtigt, bis zum Jahre 2012 Einfluss auf die Eigenschaften und die Kennzeichnungen von Reifen zu nehmen. So soll im Einzelnen die Kennzeichnung der Reifenqualitäten bei den Abrollgeräuschen, bei der Nass-Bremsleistung und beim Rollwiderstand an der Reifenflanke Pflicht werden.

Bereits seit 1. Oktober 2009 gilt die so genannte Sound-Kennzeichnung, wo die Abrollgeräusche der Reifen gekennzeichnet werden.

Später sollen auch die Aquaplaning-Sicherheit, das Kurvenhandling, die Nass-Bremsleistung sowie der Rollwiderstand als Qualitätskriterien an der Reifenflanke klassifiziert werden.

Hintergrund dieser Klassifizierungen ist die Tatsache, dass derzeit sehr viele vorwiegend ausländische Billiganbieter am Reifenmarkt vorhanden sind, deren Reifen insbesondere bei Nässe deutlich von dem Qualitätsstandard abweichen, der bei führenden europäischen Reifenherstellern Standard ist.

In der EU-Richtlinie wird zur Qualität von Reifen bisher keines der wichtigen Bewertungskriterien aufgegriffen. Es fehlen jegliche Hinweise und Vorschriften zur Mindestqualitätsanforderung beim Nassbremsverhalten und beim Aquaplaningverhalten von Reifen.

Insofern wird hier versucht, über eine Qualitätseinstufung der Reifen den Markt dazu veranlassen, qualitativ bessere Reifen zu produzieren bzw. dem Verbraucher eine Hilfestellung zu geben bei der Reifenauswahl im so genannten Ersatzgeschäft.